Samstag, 22. August 2015

Vom stillen Örtchen am Lago di Garda



Es. Ist. Heiß. Auch hier am Gardasee. Nach langem hin und her, ob überhaupt und wohin, sind wir jetzt kurzfristig für eine Woche am Gardasee gelandet. Aber nicht in einem der wunderschönen,  wenn auch  turiverseuchten touristenüberlaufenen Städtchen direkt am See, sondern auf einem Agriturismo-Hof am südlichen Ende bei Vallegio sul Mincio, 12 km vom See entfernt. Manchmal sehnt man sich nach einem stillen Örtchen - das hier ist so eins...
 


Agraturismo wird eigentlich rund um den See groß geschrieben. Wir sind über das Internet auf der Azienda Visconti gelandet und haben es nicht bereut. Gerade im Sommer ist es natürlich schön wenn ein Schwimmbad dabei ist. Restaurant war jetzt keines angeschlossen, aber das machte nichts, denn es gab in der ganzen Umgebung tolle Restaurants. Frühstück war inclusive - jeden Morgen hing der Brötchenbeutel vor der Tür. Auch der Fluß Mincio mit zahlreichen Fahrradwegen liegt  vor der Tür und führt direkt an den Lago di Garda.





Nach den Ausflügen zum See, sind wir mit der Entscheidung etwas außerhalb zu nächtigen auch sehr sehr dankbar.  Wir waren in Bardolino und Peschiera (Foto unten) - sehr schön und sehr voll. Und man sollte sich gut überlegen mit dem Auto am See entlang von A nach B zu fahren. Fahren Sie besser mit der Fähre. 


Über unser Feriendomizil, das etwas am Berg lag, wehte  wenigstens eine kleine Briese über die grosse Terrasse. Und das dazugehörige Schwimmbad ist ein Traum. Angereist mit 3 grossen Kids, haben wir 2 Appartements gebucht. Nett und praktisch aber doch gemütlich ausgestattet. Das südliche Hinterland  mit seinen kleinen idyllischen Orten ist wirklich wunderschön. Und Agraturismo-Unterkünfte sind hier zahlreich zu finden.  Direkt neben uns: Das Städtchen Borghetto. Sehr klein aber unbedingt zu besuchen.


 


Bei Vallegio befindet sich der Parco Sigurta - für Gartenliebhaber zu empfehlen - aber was noch besser ist: In Vallegio selbst waren wir zum Essen bei Pastificio Remelli (befindet sich direkt gegenüber der Kirche auf dem Marktplatz) mit der weltbesten hausgemachten Pasta. Allerdings - für die Italiener unüblich hat das Lokal nur von 11 bis 16.30 Uhr geöffnet. Und eigentlich ist es gar kein Lokal im herkömmlichen Sinne. Man sitzt im Innenhof eher so wie bei uns in einer Häckerwirtschaft. Es gibt keine Karte. Die Bedienung kommt an den Tisch und erzählt was es alles gibt - vorausgesetzt man versteht italienisch, ansonsten läßt man sich überraschen... und  Charme funktioniert überall :) Also ich bin verliebt. Dort gibt es die weltbesten, hauchdünnen, selbstgemachten Tortellinis mit allen erdenklichen Füllungen in einer Salbeibuttersosse. Die zartesten Zuccinichips als Appetizer ever, gegrillte Pfifferlinge und Steinpilze am Spiess, Pollo undwasweissichnochalles. Super Service, Wein und das Ambiente sehr edel minimalistisch und modern gehalten. Die selbstgemachten Pastas, eingelegtes Gemüse, Wein und vieles mehr kann im dazugehörigen Laden gekauft werden. Ich kann nur sagen: klein aber FEIN.



Tipp für Camper: Wer es mit seinem Camper auch eher etwas ruhiger haben möchte -  zum Anwesen  gehört auch ein Camperplatz auf einer riesigen Wiese, mit eigenen kleinen Sanitärhäuschen und der Pool darf mitbenutzt werden.



Die Kids waren einmal im 10 Minuten entfernten Wasserpark. Der ist zwar nicht so gross und actionreich wie jener direkt am Gardasee aber es hat gereicht. Räder nicht vergessen. Mit denen kann man hier sehr gut unterwegs sein. Ein Muss für die Jugend war natürlich auch ein Besuch der größten Cartbahn in Italien. 

Außerdem bin ich bekennender Friedhofgänger. Die einen mögen es makaber finden - aber ich finde es toll mir Friedhöfe in anderen Ländern anzusehen... denn, irgendwann landen wir doch alle mal dort und man kann sich ja schon mal umschaun. Vor allem sind die Italiener da sehr kreativ...


Schockverliebt haben der Gatte und ich uns allerdings in das Örtchen Monzambano - klein und "schnuggelisch", einfach zum entspannen. Eben so, wie man`s am  stillen Örtchen gern hat. Mit Burg, schöner Kirche, am Berg, am Fluß etc.  - schockverliebt vor allem in ein Haus das auch noch zu verkaufen und zum herrichten war. Also, ich geh dann mal Lotto spielen...




Agraturismo Italien:                   Hier
Cavour Wasserpark Vallegio:    Hier  
Cartbahn:                                 Hier


Nachtrag Kommentar JULE:



Also nachdem meine Leute so kurzfristig gebucht hatten, fanden se` natürlich keinen Platz mehr für mich in der Hundepension *gottseidanküberdiestirnwisch*. Is´ nämlich gar nicht so meins.  Nee, sie hamm´ mich bei Omma und Oppa geparkt - in der Senioren-WG. War ja erst mal skeptisch. Aber ich muss sagen: Bei Omma und Oppa geht es Enkeln und Enkelhunden gut. Wir sind prima miteinander ausgekommen. Die Nachbarschaft ist auch mal mit mir on Tour gegangen. Also für Abwechslung war gesorgt. Bei der Hitze hätt´ ich auch nicht mit nach Italien gewollt. Man muss ja nicht überall "hier" schreien  bellen. 

Ein Mißgeschick ist mir allerdings passiert: Is´der Oppa nachts im dunkeln nicht über mich gestolpert! Gott sei dank hab ich mir nichts gebrochen. ...und Oppa zum Glück auch nicht. Dann hätt´ ich mich wahrscheinlich anderswo nach Asyl umsehen müssen.

Also Omma und Oppa - jederzeit wieder mit euch. Schön war`s!















Kommentare:

  1. Ich habe in den 90ern 1 Woche Urlaub am Gardasee gemacht. Mann und ich konnten uns hinterher weder erinnern, wie das Hotel, noch der Ort hieß. Aus der Reihe "Unglaublich, aber wahr" :-)
    Im Sigurta ware wir auch. Hat mir deshalb besonders gut gefallen, weil man da mit dem Auto durchfahren konnte.

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  2. hi juliansche. schön von dir zu hören *freu*. ja bei den ganzen kleinen Örtlichkeiten kann man schon den Überblick verlieren. oder nahm da schon das Ende deinen Anfang?...

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    1. Nee, das war eigentlich der Anfang :-)
      Vermutlich hat uns der Liebesrausch dermaßen die Sinne vernebelt, dass wir uns nicht mehr erinnern konnten.

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